Hausinschriften in Hiddesen
Hiddesen ist heute ein Stadtteil von Detmold
Hans Christian Schall
Ehem. Hiddesen Nr. 1 Meyer zu Hiddesen, später Kater, heute Heidelk, Kateralle Nr.15
Das große Meierhaus brannte in der Nacht vom 9. auf den 10.November 1764 ab. Bei dem Neubau wurde über der großen Einfahrtstür folgende Inschrift angebracht:
MIT GOT IN EINER IEDEN SACH, DEN ANFANG UND DAS ENDE MACH. MIT GOT GERAHT DER ANFANG WOL, FORS ENDE MAN GOT DANCKEN SOL. DIE FURCHT DES HERNN IST DER WEISHEIT ANFANG.
ALLES WAS UNSER TUHNEN UND ANFANG IST DAS GESCHEHE IN DEN NAHMEN UNSERN HERN JESUCHRIST, SER STEHE UNS BEI FRÜH UND SPÄTH BIS DAS ALLE UNSER TUHN EIN ENDE HATT
JOHAN TÖNIES MEIER ZU HITZEN, ANGENETA SOPFIA CATTRINA BENCKELBERGS AUS DEN SCHONHAGEN. ANNO 1765 DEN 18. JUNI MEBH HERSE

Foto: Pecher um 1900 Quelle LLB
Am westlichen Seiteneingange des Meierhauses lesen wir:
AN GOTTES SEGEN IST ALLES GELEGEN – WER ES GLAUBE TUT
Dieser Bau wurde um 1960 abgebrochen
genealogische Daten der Erbauer:
Johann Töns Meyer zu Hiddesen, ev., Vollspänner in Hiddesen, Nr. 1
* 20.03.1722 (t) in Hiddesen, ~ 20.03.1722 in Detmold.
† 06.08.1801 in Hiddesen, ‡ 10.08.1801 in Detmold.
oo 3/1 K 13.06.1755 in Detmold mit
Agnetha Sofia Catharina Benkelberg, ev., lebte in Hiddesen, Nr. 1
* 30.07.1732 (t) in Oberschönhagen, ~ 30.07.1732 in Cappel
Leibzucht:
FRIDRICH BETGEN AUS REMMIGHAUSEN SOPHIE MEIERN AUS HIDDESEN ZIMMERMEISTER GEHRING

Foto Pecher um 1900 Quelle LLB
Dieser Balken wurde um 1960 bei einem Umbau entfernt.
genealogische Daten der Erbauer:
Johan Friedrich Christoph Heinrich Betke wird Meyer zu Hiddesen, ev., Vollmeier in Hiddesen, Nr. 1
* 20.05.1801 in Remmighausen.
† 31.12.1853 in Hiddesen , ‡ 01.01.1854 in Detmold.
oo 1/2 K 05.09.1834 in Detmold mit
Henriette Sophie Catharina Meyer zu Hiddesen, ev., Vollmeier in Hiddesen, Nr. 1
* 30.12.1798 in Hiddesen
† 09.05.1858 in Hiddesen, ‡ 13.05.1858 in Detmold
Ehem. Hiddesen Nr. 1 (alte Leibzucht oder Kötterhaus Meyer zu Hiddesen)
H T * A W E ANNO 1557

Foto (2009) Hans-Christian Schall
Foto (2009) Hans-Christian Schall
Dieses Gebäude wurde im 19. Jahrh. abgebaut und auf der Jerxer Heide als Kötterhaus wieder neu errichtet. Der Torbogen wurde dabei gewendet. Die ursprüngliche Inschrift ist daher nun von Innen zu betrachten.
Ehem. Hiddesen Nr. 2 Lohmann heute Lebenshilfe, Erbhofstr.30
Die alten Häuser sind abgebrochen bzw. abgebrannt. Bei Sievert(1950) lesen wir darüber noch:
Das im Jahre 1789 aufgebaute neue Meierhaus ist heute noch vorhanden. Auf dem Ständer links neben der großen Einfahrtstür an der Südseite des Hauses ist die Jahreszahl 1789 zu lesen, die übrige Inschrift über dem Türbogen ist durch Witterungseinflüsse unleserlich geworden und nicht mehr zu entziffern. Dagegen ist die am Eingange zur Wohnung und Küche an der westlichen Seite des Hauses vorhanden gewesene, aber durch Zerschneiden der Ständer und Balken bei der Veränderung des Hauseinganges verstückelte Inschrift nach den noch vorhandenen Wortresten wieder herzustellen. Es handelt sich dabei um den Bibelspruch Psalm 42 Vers 6:
WAS BETRÜBEST DU DICH, MEINE SEELE, UND BIST SO UNRUHIG IN MIR ? HARRE AUF GOTT; DENN ICH WERDE IHM NOCH DANKEN, DAß ER MIR HILFT MIT SEINEM ANGESICHT.
Leibzuchtshaus:
SIMON LOHMANN UND HENRIETTE LOHM. GEB. DREIMANN HABEN DIES HAUS BAUEN LASSEN.
NACH DES LEBENS SCHÖNEM MORGEN, NACH DES REIFERN ALTERS SORGEN, WIRD UNS NOCH DER FREUDE LOOS EINST IN DIESES HAUSES SCHOSS. DER SEGEN DES HERRN MACHET REICH OHNE MÜHE. GLÜCK ZUM AUSGAG! KEINE TRAUER FÜR DES HIERSEINS GANZE DAUER.
GER. DEN 3ten JULI 1839 M. ST. WALBAUM

Foto: Pecher um 1900 Quelle LLB
genealogische Daten der Erbauer:
Johan Simon Henrich Adolph Lohmann, ev., Halbmeier in Hiddesen, Nr.2
* 24.08.1810 in Hiddesen, ~ 05.09.1810 in Detmold.
† 24.12.1843 in Hiddesen, ‡ 28.12.1843 in Detmold.
oo K 24.11.1835 in Detmold mit
Anna Margretha Henriette Elisabeth Dreimann, ev., Hiddesen, Nr.2 (Base väterlicherseits)
* 26.10.1813 in Hiddesen, ~ 03.11.1813 in Detmold
† 1900
Ehem. Hiddesen Nr. 3 (Nullmeier)
Das Meierhaus ist abgerissen, der gut erhaltene Torbogen ist über den Eingang des früheren Nebenhauses, heute Hiddeser Str.110 wieder angebracht worden.
JOBST HENDERICH HANSING AUS ASEMISEN ANNA MARIA ILSABEINS
GEBORENER NUL MEIERsche HABEN DISES HAUS LASEN BAUEN JESA 66
CAP.1
SO SPRICHT DER HERR DER HIMMEL IST MEIN STUHL UND DIE ERDE MEINE FUSBANCK
WAS IST DENN FUR EIN HAUS DAS IHR MIR BAUEN WOLLT ODER WELCHES IST DIE |
| STÄTTE DA ICH RUHEN SOL. |
|
1811 DEN 31 Mei M. MISCHER |

Foto: Wolfgang Bechtel
JOBST HENDERICH HANSING AUS ASEMISEN ANNA MARIA ILSABEINS GEBORENER NUL MEIERsche HABEN DISES HAUS LASEN BAUEN JESA 66 CAP.1 SO SPRICHT DER HERR DER HIMMEL IST MEIN STUHL UND DIE ERDE MEINE FUSBANCK WAS IST DENN FUR EIN HAUS DAS IHR MIR BAUEN WOLLT ODER WELCHES IST DIE STÄTTE DA ICH RUHEN SOL.
1811 DEN 31 Mei M. MISCHER
|

Quelle : Wilhelm Süvern, Friedrich Pahmeier : Sammlung Lippischer Torbögen in Lipp.Landesbibliothek; Detmold
Ehem. Hiddesen Nr. 4 Grüttemeier, heute Friedrich Ebert Straße 39
Am alten Teil des heutigen Hauptgebäudes ist auf dem Türbalken der jetzigen Rückseite des Hauses folgende Inschrift angebracht:
WER GOT VERTAVWET HAT WOL GEBAVWET IM HIMMEL VND AVF ER
DEN WER SICH VERLEST AVF IESVM CHRIST DEN MVS DER HIMMEL WERDEN
GOTSCHALCK KIRCHHOF VND KATRINA GORGENS DIE HBEN
DIESES HAVS BAVWEN LASEN IM IAR CHRISTI ANNO 16 LXXXI (1681)
VND MEIN FETTER MEISTER PLAS HANS HAT DIS HAVS BAVWET |
Foto Hans-Christian Schall 2009
An der jetzigen Vorderseite des Hauses ist, rechts am Eingang, eine Inschrift zu lesen:
SIRACH: 37
EHE DU WAS
FRAGE VOR
WAS THUST |
|
CAPITEL V. 20
ANFAHEST SO
UND EHE DU WA
NIM RATH DAZU
. |

Foto Wolfgang Bechtel
Ehem. Hiddesen Nr. 5 (Schlepper), heute Bentweg Nr.54
ICH LIEG IM STREIT UND WIEDERSTREB. HILF O HER CHRIST
DEN SCHWACHEN. AN DEINER GNADE ALLEIN ICH KLEB. DU KANST MI
CH STERKER MACHEN. FRIEDERICH SCHLEPPER H.G.L.H.F.
UND ANLIESABETH MEIERS VON HITZEN H.D.H.L.B. D. 11. JULY ANNO |
| A.G.R.D. M. I H(?) G |
|
1713 |

Foto Wolfgang Bechtel 2008
Quelle : Wilhelm Süvern, Friedrich Pahmeier : Sammlung Lippischer Torbögen in Lipp.Landesbibliothek; Detmold
Ehem. Hiddesen Nr. 6 (Gausmann) Birkenallee
Erbaut im Kriegsjahr 1915 von August Adams
Dieser Torbogen stand vordem auf Manhenken Hofe in Schmedissen
|
| Und trug die |
|
Jahreszahl 1781 |
Foto Hans-Christian Schall 2009
Ehem. Hiddesen Nr. 9 Diekmann, heute Heidebachstr.16
ANNO 1717 DEN 27 APRIL HAT JOHAN BERNT DISMAN MIT
ANNA MARGRETA ILSABEIN DIESES HAUS HIER GEBAUT
Ursprüngliche Inschrift vor Renovierung :
ANNO 1744 DEN 27 APRIL HAT JOHAN BERNT DIGMAN …
ANNA MARGRETA ILSABEIN KEMKEN …

Foto Wolfgang Bechtel 2008
Quelle : Stiewe, Dr. Heinrich; Die Kötterstätte Diekmann in Hiddesen;
In : Dorfchronik Hiddesen; Detmold 2006
Ehem. Hiddesen Nr. 32 (Kruel), heute Maiweg 19, Abriss Dez. 2005
Angaben von Herrn Vollendorf: Baujahr 1732
DER HER BEHÜTE MEINEN EINGANG UND AUSGANG ...... O...... (Rest unleserlich)*
SANDER UND ANILSE BEINKER UND HEIDE UND ANNA ..... ILSABEIN HEMAN
Siehe auch den Bericht in „Dorfchronik Hiddesen“, Detmold 2006 Seite 92 – 93 von Dieter Vollendorf
* Handelt sich wohl um den Segenspruch aus Psalm 121 V.8
Der Herr behüte deinen Eingang und Ausgang von nun bis in Ewigkeit.
Ehem. Hiddesen Nr. 38 (Tappe)
WER AUF GOTT VERTRAWET DER HAT WOL GEBAWET.....
Inschrift verwittert

Foto (2008) Wolfgang Bechtel
Ehem. Hiddesen Nr. 40 (Kasemeier)
WER GOTT VERTRAUHET HAT WOHL GEBAUH IM HIMMEL UND AUF ERDEN WER SICH
VERLASSET AUF IESUM CHRIST DEM MUS DER HIMMEL WERDEN
VERLÄSSET AUF IESUM CHRIST DEM MUS DER HIMMEL WERDEN
DIESES HAUS HAT LASSEN BAUEN JOBST HENRICH CAASIMIR UND CATTRI
|
NA ELISABET KEISERS
|
|
HIDDESEN DEN 15. MERTZ 1797
MSTR. BÜKER |

Quelle : Wilhelm Süvern, Friedrich Pahmeier : Sammlung Lippischer Torbögen in Lipp.Landesbibliothek; Detmold
Ehem. Hiddesen Nr. 44 (Wegener) Hindenburgstraße
ICH WILL NICHT IN DIE HÜTTE MEINER HÄUSER GEHEN, NOCH MICH AUFS LAGER MEINES VATTER LEGEN. ICH WILL MEINE AUGEN NICHT SCHLAFEN LASSEN NOCH MEINE AUGENLIEDER SCHLUMMERN BIS ICH EINE STÄTTE FINDE FÜR DEN HERRN ZUR WOHNUNG DEM MÄCHTIGEN JAKOB P.S.132 V 3.4.5
M.JOHANN BERNDT .S.M.
ANNO 1782 DEN 24 AUGUST HAT MILIUS W
EILHELM POPPINGHAUSEN UND KATRINA ILSAB
EIN MULEMEIERS AUS SCHOMARCK H.B.D.H.L.B |

Foto Hans-Christian Schall 2009
Ehem. Hiddesen Nr. 47(Grote) Maiweg
DIESES HAUS HAT BAUEN LASSEN DIE WITWE GROTE GEBOHRNE
DOROTHE SPRENGER ZU BERLEBECK MIT BEIHUELFE IHRES SOHNES
|
| SIEMON GROTE |
|
DEN 2 T. JUNI 1837 |
Foto Hans-Christian Schall 2009
Ehem. Hiddesen Nr. 52 (Friese)
DIESES HAUS HABEN LASSEN BAUEN ELIAS FRESE UND DESSEN FRAUE PRISTER |
| DEN 20 STEN MEI : 1831 |
|
MEISTER MISCHER |
| |
NO 52 |
|
Foto Hans-Christian Schall 2009
Jürgen Elias Frese aus Kohlstädt * 1787 und seine Frau Henriette geb. Prister kauften die Stätte 1822
Ehem. Hiddesen Nr. 67 (Keiser)
1812 DEN 13 TEN MERZ HABEN DIE BEIDEN EHELEUTE JOHAN BERT MISCHER SO MEIERHENKEN VON VAHLHAUSEN DIES HAUS MIT GOTTES UND GUTER MENSCHENHILFE LASSEN BAUEN. WIR BAUEN NICHTS AUS STOLZ UND PRACHT DAS SCHICKSAL UNS DAZU GEBRACHT
Quelle: Sievert, H.A.; Hiddesen und das Hermannsdenkmal. Eine kleine Dorfchronik; Hiddesen 1950
Forsthaus im Heidental (Leibzucht)
ANNO 1823 DEN 19 TEN AUGUST HABEN ADOLPH KÖRNER VON STAHNSTEN UND SOPHIE LOHMANS AUS HIDESEN DIES HAUS LASEN BAUEN. WER JESUM LIEBT UND GOTT VERTRAUT HAT HIER UND EWIG WOHL GEBAUT. MST MISCHER
Quelle: Sievert, H.A.; Hiddesen und das Hermannsdenkmal. Eine kleine Dorfchronik; Hiddesen 1950
In dieser Zusammenstellung fehlen teilweise noch die genealogischen Daten der Erbauer.
Vermutlich hat es weitere Inschriften gegeben.
Wenn Sie weitere Bilder, Texte oder Ergänzungen haben bitte eine Mail an herbert@penke.info
Zurück: Hausinschriften Städte und Gemeinden
Zurück: Übersicht
|